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Buchtipp

Nagib Machfus: Cheops

Ein Märchen aus 1001 Nacht, 1939 erschienen, aber erst jetzt auch auf Deutsch. Eine vergangene Welt wird lebendig mit ihren Palästen und Tempeln, Priestern und Sklavinnen, Handwerkern und Beduinen.

 

Der eigentliche Titel "Spiel des Schicksals" wäre besser und treffender gewesen als der für die deutsche Erstausgabe gewählte Titel "Cheops". Der im Unionsverlag herausgegebene Roman des ägyptischen Schriftstellers und Literatur-Nobelpreisträgers von 1988, Nagib Machfus, ist bereits 1939 in Arabisch veröffentlicht worden, aber erst jetzt wird er auch dem deutschsprachigen Publikum zugänglich gemacht. Wie für die frühe Schaffenszeit von Machfus typisch, beschäftigt der Roman sich mit einem historischen ägyptischen Thema. Der Autor hatte sich bereits ausgiebig mit der Antike beschäftigt, die Verlagerung eines Themas in jene Zeit war aber auch der einzige Weg, der allgegenwärtigen Zensur aus dem Weg zu gehen.

Fakten und Fantasie

Nagib MachfusBildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift:  Nagib Machfus Entstanden ist ein Märchen aus 1001 Nacht, zum Teil basierend auf historischem Material, zum anderen Teil aber auf der Fantasie des Autoren, der es übrigens auch mit den historischen Fakten nicht allzu genau nimmt. Aber wie wichtig sind in einem orientalischen Märchen schon historische Fakten?

Der Ablauf der Geschichte ist rasch zusammengefasst: Der alternde Pharao Cheops lässt sich schon seit Jahren die größte Pyramide Ägyptens bauen, als ihm berichtet wird, dass ein Kind geboren sei, das eines Tages seine Nachfolge antreten werde. Cheops vermutet Verrat und Verschwörung und macht sich mit seinem Sohn daran, das Kind zu finden. Der Sohn tötet das Kind, das freilich nicht das gesuchte war. Dieses wird auf wundersame Weise gerettet, kommt in die Nähe des Pharao, macht dort Karriere, verliebt sich in die Tochter des Herrschers und rettet diesen vor dem Mordanschlag des Sohnes, der nicht länger warten will, bis er den Thron besteigen kann.

Stoff für einen Film

Die Folge: Die Prophezeiung wird wahr und das damals geborene Kind wird tatsächlich Nachfolger von Cheops. Der Pharao sieht ein, dass es ein Fehler war, das Schicksal herauszufordern: "Vor etwa zwanzig Jahren", so bilanziert der weise Cheops, "habe ich dem Schicksal den Krieg erklärt und damit den Willen der Götter herausgefordert … Ich wollte mich durchsetzen und mein Wort als das einzig geltende über alles erheben. Und nun kommt die Wahrheit heraus und macht sich über mich lustig."

Knapp 260 Seiten, gut und leicht lesbar, spannend sogar. Stilistisch wird hier schon das Talent von Machfus als Drehbuch-Autor erkennbar, als der er mindestens 25 Filme schrieb. "Cheops" hat das Zeug zu einem jener historischen Filme, die immer noch Millionen von Zuschauern anziehen: Ein weiser König, ein junger und strahlender Held, Liebe, Krieg, Verrat und Intrigen. Wie das Leben so spielt. Nicht erst seit heute, sondern schon zu Zeiten der Pharaonen. In diese Zeit fühlt man sich hineinversetzt und man glaubt sie verstehen zu können, obwohl sie doch so unendlich weit zurückliegt.

 

Peter Philipp

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Weitere Schlagzeilen

Das Buch Kompakt
  1. Nagib Machfus: Cheops
  2. Verlag: Unionsverlag, 2005
  3. ISBN: 3-293-00349-4
  4. Preis (EURO): 19.90


 

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