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Radikaler Pastor war Seelsorger in Köln

8. September 2010

Der wegen der geplanten Koran-Verbrennung weltweit heftig kritisierte Pastor aus Florida hat lange Zeit als Seelsorger in Köln gearbeitet. Bis es dann zum Bruch kam.

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Terry Jones vor einem Plakat das auf die Verbrennung des Koran am 11. September hinweist. (Foto: ap)
Terry Jones vor dem Plakat das auf die Koran-Verbrennung hinweistBild: AP

Die "Christliche Gemeinde Köln" bestätigte am Mittwoch (08.09.2010), dass Pastor Terry Jones für die freikirchliche Glaubensgemeinschaft in Köln tätig gewesen ist. In den 80er Jahren hatte er die "Christliche Gemeinde Köln" als Gemeinschaft von Bibelfundamentalisten gegründet. Dies tat er nachdem er angeblich ein Zeichen Gottes erhalten habe.

"Christliche Gemeinde Köln" distanziert sich von Jones

Stephan Baar, der zweite Vorsitzende der freikirchlichen Glaubensgemeinschaft, verurteilte die von Terry Jones geplante Koran-Verbrennung scharf. "Wir distanzieren uns von dieser Aktion und möchten damit nicht in Verbindung gebracht werden", so Baar. Weiterhin wies er darauf hin, dass sich die Gemeinde Anfang 2008 von Terry Jones getrennt habe. Grund dafür seien Unregelmäßigkeiten bei den Finanzen der "Christlichen Gemeinde Köln" gewesen. Zudem habe Jones nicht die biblischen Maßstäbe und Werte nach außen getragen. Stattdessen habe er sich selbst in Szene gesetzt. Stephan Baar ist sich sicher, dass sich der umstrittene Pastor aus Florida trotz aller Kritik nicht von seinem Vorhaben, Exemplare des Koran zu verbrennen, abbringen lassen werde. "Wir sind sehr betrübt über dieses Vorhaben. Den Geist, den Jones anklagt, bringt er selber - diese Gewaltbereitschaft, diesen Fanatismus", so Baar.

Im Jahr 2002 war Terry Jones mit dem deutschen Gesetz in Konflikt geraten. Damals führte er einen falschen Doktortitel. Das Kölner Amtsgericht hatte ihn deswegen zu einer Geldbuße von 3.000 Euro verurteilt.

Jones zeigt sich unnachgiebig

Trotz der weltweiten Proteste hält Terry Jones an seinem Vorhaben fest. Am Samstag, dem 11. September - dem Jahrestag der Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon - will Jones den Koran verbrennen. In einem Video auf seiner Internetseite erklärte der Pastor einer 50-Seelen-Gemeinde in der Kleinstadt Geinesville, dass der Koran für den 11. September verantwortlich sei. Und weiter: "Der Islam ist eine schlechte Religion." Da der Koran das heilige Buch der Muslime ist, verlangen diese, dass er mit höchstem Respekt behandelt wird. Verstöße dagegen führten in der Vergangenheit immer wieder zu Ausschreitungen.

Autor: Marco Müller (dpa)
Redaktion: Oliver Pieper