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Hohes Eigenkapital: Stihl – Reserven helfen in der Krise

Die Krise trifft alle, aber nicht alle gleich schwer. Manche Familienunternehmen profitieren jetzt von ihrer konservativen Haltung in Gelddingen. Der Motorsägenhersteller Stihl zum Beispiel sieht sich mit einer Eigenkapitalquote von 60 Prozent als gut gewappnet, auf Bankkredite können sie verzichten.

 

Finanzchef Klaus Detlefsen hat das Unternehmen für Krisenzeiten bestens vorbereitet. Er hat Firmengelder in Höhe von 1,5 Milliarden Euro auf der hohen Kante. Auch für die Zukunft bleiben die Schwaben bei ihrer langfristig orientierten Art zu wirtschaften, sie nennen das schwäbisch "vernünftig wirtschaften". Obwohl Stihl in diesem Jahr mit deutlich weniger Umsatz rechnet, investiert das Familienunternehmen weiter. Denn die Hälfte des Geschäftes macht Stihl mit privaten Kunden, die in Fachgeschäften kaufen und bereit sind, für Qualität zu zahlen. Die Produktion wird seit März gedrosselt, trotzdem sieht Stihl sich auch für eine längere Wirtschaftskrise gut positioniert. Eine Reportage von Marion Hütter.

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30 Zentimeter Holz in vier Sekunden. Hier werden Sägen getestet, die zum Beispiel Baukonzerne in den USA kaufen - wegen der Wirtschaftskrise allerdings nicht mehr so viele. Die Kunden von Stihl müssen sparen und arbeiten länger mit den alten Sägen. Und ein Sägeblatt hält lange.

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Andrea Vergati, Industriemechaniker: "Reinigen muss man sie vielleicht mal, aber sonst hält sie 500 Stunden."

Langlebigkeit – darum geht es nicht nur im Testcenter. Auch auf der Chefetage zählt die langfristige Strategie. Finanzchef Klaus Detlefsen hat das Unternehmen für Krisenzeiten bestens gewappnet. Er hat Firmengelder in Höhe von 1,5 Milliarden Euro auf der hohen Kante. Diese Firma würde auch in der Finanzkrise mühelos Kredit bekommen – aber:

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Klaus Detlefsen: "Wir wollen nicht. Ich kriege viele Anfragen von Banken und Besuche von Bankvorständen. Ich muss denen immer wieder sagen, es ist schön Sie kennengelernt zu haben, aber auf Kreditseite brauchen wir kein Geld. Wir haben eher auf der anderen Seite Geschäftsansatzpunkte, zum Beispiel in der Geldanlage."

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Gut zu wissen, finden die Mitarbeiter. Sie glauben, dass ihr Unternehmen in der Krise länger durchhält. So auch die Entwicklungsingenieurin Katharina Volkmann: "Man hat das Gefühl, dass hier schwäbisch vernünftig gewirtschaftet wird und das gibt auch Sicherheit für den eigenen Arbeitsplatzes."

Schwäbisch vernünftig wirtschaften – das bedeutet momentan allerdings, sich auf sinkende Umsätze einzustellen: Weil weltweit weniger Sägen gekauft werden, drosselt Stihl die Produktion. Die deutschen Mitarbeiter kamen dabei bisher glimpflich davon. Sie sollen erstmal ihre Überstunden abbummeln. Aber dabei wird es wohl nicht bleiben.

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Der Finanzchef will die Kosten senken. Sparkurs trotz milliardenschwerer Reserven – manchmal ist schwäbisch konservatives Wirtschaften schwer vermittelbar. Klaus Detlefsen: "Es ist natürlich nicht ganz einfach, das den Mitarbeitern rüberzubringen. Die Mitarbeiter sind natürlich von dem Wachstumspfad, den wir gegangen sind, verwöhnt. Wir haben uns vieles leisten können, was andere Firmen vielleicht nicht konnten. Aber da müssen wir jetzt sparen."

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Die Mitarbeiter sollen sparen helfen. Auch weil sie selbst von sinkenden Kosten profitieren. Ihre Prämien hängen am Gewinn des Unternehmens, ebenso wie die Verzinsung ihrer Kapitaleinlagen. Bisher gab es bei 10 Jahren Laufzeit 10 Prozent Zinsen.

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Der Meister Marc Schweigert, sieht die Vorteile: "Dass das Geld, das wir der Firma zur Verfügung stellen, besser verzinst wird als auf der Bank – und dann sind natürlich auch die Mitarbeiter motiviert, dass es der Firma gutgeht."

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Zumindest das Geschäft mit Privatkunden in Deutschland lässt hoffen. Stihl verkauft seine Produkte nur im Fachhandel. Dort sind die Kunden bereit für Zuverlässigkeit, mehr zu zahlen. Wie gut, dass nicht alle Kunden so sparsam sind, wie das Unternehmen.

 

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