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Made in Germany

Für die Logistik unterwegs – Werben um den Nachwuchs

Deutschland steckt in der Krise: Die Wirtschaft lahmt, die Produktionszahlen sinken, fast überall verringert sich der Output. Davon unbeeindruckt gibt sich die Logistik-Branche in Hamburg. Weil sie mittelfristig neue Mitarbeiter braucht, sollen Schüler als potentielle Azubis angelockt werden.

 

Alarmiert durch Prognosen über künftigen Nachwuchsmangel versuchen die Logistiker der Stadt Hamburg ein positives Bild zu vermitteln: die Krise, so die Botschaft, wird für die Dienstleister der Lieferbranche Ende 2009 überwunden sein. Und um die nächsten Monate zu überbrücken, können die im Boom angehäuften Aufträge jetzt abgearbeitet werden. Doch wie lockt die Branche am besten künftige Logistiker? Indem sie auf Jugendliche zugeht und sie zu einer Besichtigungstour einlädt: Etwa in die unbekannten Gefilde des Hamburger Flughafens, zur Verladung im Frachtbereich. Unser Reporter Holger Trzeczak ist mitgefahren, gemeinsam mit künftigen Azubis. Mitten im Herzen der Logistik fragen sie sich: Wo bitte geht es denn hier zur Krise?

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Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift:  

"Habt Ihr ne Idee, wie wir das jetzt machen können, damit Ihr alle wisst, wo die Malakkastrasse ist?..." Die Malakastrasse in Indonesien ist weit weg. Aber die Welt ist klein, erfahren die Schüler an der Europaschule Hamburg Hamm heute, denn Logistik macht weite Wege kurz. Also: wie wird Stahl aus Asien zu Karosserie-Teilen in Hamburg? Sicher nicht die wichtigste Frage im Leben von Neuntklässlern. Aber sie sind die Nachwuchshoffnung für Hamburgs Hafenwirtschaft. Also sollen sie was lernen über globale Lieferketten: "Genau.", sagt die Lehrerin. "Man möchte die Ware zu einem bestimmten Zeitpunkt, weil man sie nur dann einsetzen will. Man will sie nicht in 3 Wochen, sondern man braucht sie jetzt."

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Jetzt herrscht zwar Krise, aber Logistiker denken langfristig und wollen sich rechtzeitig junge Leute für die Zeit danach sichern. Zum Beispiel Claus Muchna, Nachwuchswerber der Logistik-Initiative Hamburg: "Ich bin eigentlich ganz optimistisch, gerade mit dem Standort Hamburg, dass wir den Bestand halten können und Ende 2009/2010 auch wieder in ruhiges Fahrwasser kommen."

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Schüler aus 60 Nationen lernen an dieser Schule. Reneé stammt aus den Philippinen und ist erst seit 3 Jahren hier. Das also sind die Einwandererkinder, die den deutschen Nachwuchsmangel ausgleichen sollen. Aber Logistik ? Will sie das überhaupt? "Eigentlich liegen meine Interessen in Sprachen.", sagt sie. "Aber wieso nicht, also mal gucken, heute Nachmittag machen wir ja noch eine Tour. Vielleicht find ich noch was für mich, keine Ahnung."

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15jährige, die sich noch schwer tun mit Gedanken an die Berufswahl. Zwar gibt es diffuse Wünsche, aber eigentlich haben Mädchen in dem Alter noch andere Sorgen. Hamburgs Hafenindustrie probiert es trotzdem. Nachwuchssuche - dies sind die Anfänge. Dass immer mehr Immigrantenkinder dabei sind - kein Problem. Die Schüler zahlen 5 Euro für Fahrt und Organisation. Die Tour ist freiwillig. Es ist nachmittags 15 Uhr. Normalerweise haben sie jetzt Freizeit. Claus Muchna, Professor für Logistik, erklärt im Bus, als es los geht: "Eigentlich bewirbt sich heute die Logistikbranche bei Ihnen. Wir möchten Sie gern begeistern, dass Sie in die Logistik kommen und sich das heute erst mal anschauen, wie vielfältig Logistik sein kann."

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Ankunft Hamburg Harburg im Süden der Stadt an der Elbe. Hier reihen sich Lagerhäuser und Speditionen dicht an dicht. Die Schüler sollen erleben, wozu es Lager gibt, und wie die Hersteller sie nutzen. Reneé weiß inzwischen ein bisschen mehr: "Auf jeden Fall hat es viel mit Management zu tun, und das kann ich nicht so gut."

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Bei der Spedition Süderelbe. Die Firma lagert Teile für einen großen deutschen Autohersteller. Darüber hinaus werden auch Karosserieteile mit solchen Maschinen gepresst. Von Krise ist hier offiziell nichts zu spüren. Volker Witt, Mitarbeiter der Spedition Süderelbe, erklärt und stellt sich den Fagen der Schüler: "Diese Dinge, die wir hier machen, hat der Kunde bis vor 2 Jahren noch selber gemacht, und er hat gesagt, das kann einer, der sich nur damit beschäftigt, viel besser, und darum suchen wir auch immer wieder junge Leute und freuen uns auch, dass sich soviel dafür interessieren."

Reneé: "Ist das Lager auch manchmal voll oder ist es auch eher leerer." –

Volker Witt: "Wenn mal mehr Ware da ist, als wir Lagerflächen haben, dann ist unsere Logistikplanung gefragt, ob wir noch irgendwas neues bauen, wenn es längerfristig ist."

Reneé und andere Schülerinnen: "Was ist das überhaupt? Also wofür dient es? – Stahl!"

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Soll das hier etwa was für Mädchen sein? Viel Stahl, aber wenig Zusammenhang. Klar, Logistik ist recht hübsch anzusehen, aber kann sie auch begeistern? Reneé: "Man war neugierig, natürlich, wie das ganze abläuft, wie das ganze produziert wird und so weiter, aber... ja, - Mehr auch nicht? – Mehr auch nicht."

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Die Schüler bekommen nur einen kleinen Ausschnitt zu sehen. Richtig konzentriert sind die über 20 Teenager bald nicht mehr. Am Ende bleibt ein Junge, Daniel, der nun zumindest liebäugelt: "Ich bin mehr so analytisch mathematisch, ich mag mehr so diese Richtung, deshalb finde ich das in der Zukunft vielleicht das für Organisation, für Management finde ich das ganz gut."

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Fazit: der Werbetörn hat Hamburgs Logistikern keine direkte Ausbeute gebracht. Sie werden sich mehr einfallen lassen müssen. Aber es war ja auch erst ein Anfang.

 

 

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