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Porträt Safak Civici – Erfolgreiche Unternehmerin in Anatolien
1992 ging sie "der Liebe wegen" zurück in die Türkei - nach Kayseri, dort war ihr Mann als Offizier stationiert. Als ausgebildete Übersetzerin arbeitete sie zunächst für eine amerikanische Firma. Doch als das Projekt auslief, musste sie sich umorientieren. So machte sie sich 2003 selbständig. Zusammen mit ihrem Mann betreibt sie eine Möbelfirma, die vor allem Stühle nach Italien und Metallbetten nach Deutschland liefert. Kein einfaches Geschäft, denn in Kayseri sitzt auch der größte türkische Möbelhersteller. Doch mit weiblicher Diplomatie und deutschen Tugenden, wie Fleiß und Zuverlässigkeit, schafft sie es, ihr junges Unternehmen auf Wachstumskurs zu halten. Eine Reportage von Ute Walter.
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Zehn Grad Minus - kalt ist es an diesem Tag in Zentralanatolien. Daran hat sich Safak Civici gewöhnt; geboren ist sie in Stuttgart, seit 16 Jahren lebt sie in Kayseri.
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Ihre Firma heißt Sefes - und liegt einige Kilometer entfernt von Stadtzentrum im Industriegebiet. 48 Mitarbeiter produzieren hier Möbel. Im Moment sind es Betten für einen Schweizer Kunden. Spezialanfertigungen, die mit Kunstleder überzogen werden. Flexibel reagiert sie auf die Wünsche ihrer Kunden - produziert auch in kleinen Stückzahlen.
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Die Unternehmerin erklärt: "Wir machen hier doch sehr viel Handarbeit. Es gibt eben noch keine Maschinen die polstern können."
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Mit sechs Leuten hat Civici vor fünf Jahren die Produktion begonnen. Siebzig Prozent des Umsatzes macht sie mit dem Export. Die meisten ihrer Kunden sitzen im deutschsprachigen Ausland. Aber auch nach Israel und in den Iran wird geliefert:
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"Im Jahr 2004 gab es einen direkten Möbel-Export aus Kayseri - und das sind jetzt die offiziellen Zollstatistiken - im Wert von 100 Millionen US-Dollar. Zwei Millionen waren von uns, und von daher gesehen meine ich schon, gut zu sein."
Gerade hat Civici erfahren, ihre Mitarbeiter wollen mehr Geld. Und dann gibt es noch Probleme mit einer Lieferung. Civici fährt ins Geschäft. Mit den unzufriedenen Mitarbeitern wird sie am nächsten Tag in Ruhe reden.
"Wir müssen schauen; wir werden uns schon irgendwie die Waage halten. Und wem es wirklich nicht passt, der muss eben gehen. Ich lasse mich da nicht erpressen."
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Es gibt Ärger mit dem Zoll und im Laden erfährt sie, dass ein guter Kunde die bestellten Stühle jetzt doch lieber in rot statt in schwarz will - und das möglichst noch gestern. Die Chefin nimmt's gelassen. Jetzt ist Mittagspause - da kann sie sowieso niemanden erreichen.
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Die Zeit bis zum nächsten Termin nutzt Civici zum Einkaufen, denn schließlich will auch die Familien versorgt sein.
Ihr letzter Geschäftstermin für heute: Versammlung der Handelskammer. Die 44-jährige ist ein aktives Mitglied. Seit zwei Jahren engagiert sie sich in der Organisation und entscheidet mit.
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"Die Hauptsache ist doch, dass wir als erste Kammer in der Türkei den Frauenausschuss gemacht haben. Und da bin ich auch sehr stolz drauf und froh darüber."
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Noch bestimmen im konservativen Kayseri fast ausschließlich Männer die Verbandspolitik, deren Netzwerke sind für Frauen verschlossen. Civici und ihre Mitstreiterinnen wollen aber mitmischen.
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Für die nächste Woche organisieren sie deshalb ein Treffen mit Unternehmerinnen aus dem Industrieverband. Gemeinsam wollen sie anderen Frauen helfen, sich selbständig zu machen.
Wie jeden Abend bereitet Safak Civici das Essen vor. Sohn Efe hilft, er ist zwölf. In dieser Woche sind die beiden alleine. Ihr Mann ist noch bis Sonntag verreist und auch sie muss am Samstag geschäftlich nach Istanbul - ein Problem:
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Sohn: Am Samstag? - da kannst du nicht.
Mutter: Warum?
Sohn: Meine Freunde kommen.
Mutter: Oh je.
Sohn: Du kannst fliegen, wenn du vorher Pizza bestellst.
Mutter: Gut, die Pizza bestelle ich.
Sohn: Kriegen wir auch noch Kekse?
Mutter: Ja, bekommt ihr.
Sohn: Den Rest erledige ich.
Mutter: In Ordnung.
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Sennaz, eine Freundin kommt auf einen Sprung vorbei. Der Besuch bringt Civici aber nicht wirklich auf andere Gedanken. Im Gespräch der Frauen geht es auch ums Geschäft, und die angespannte Situation im Betrieb lässt Civici keine Ruhe. Doch sie wäre nicht Unternehmerin, sähe sie in allen Schwierigkeiten nicht auch die Herausforderung. Getreu ihrem Motto: Das kriegen wir schon wieder hin.














