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Made in Germany

"Social Networking" - Der große Trend im Internet

Die Idee ist einfach: Menschen mit gleichen Interessen treffen sich auf Internetportalen, um z. B. Persönliches auszutauschen oder für den Beruf eine Gemeinschaft aufzubauen. Die Nutzerzahlen steigen rasant. Doch bei allen "Social Networking"-Portalen gibt es noch keine zündende Idee, wie man damit auch richtig Geld verdienen kann.

 

Die Branche setzt auf Werbung, auf Mitgliedsbeiträge. Kritiker warnen vor einer Bubble 2.0, dem Platzen der nächsten Internetblase. "Made in Germany" hat sich bei drei Portalen "eingeloggt" und ihnen auf den Zahn gefühlt, z. B. dem Portal "Internations.org" - ein Netzwerk der globalen Elite. Menschen aus 130 Nationen tauschen sich aus. Menschen, die vom Arbeitgeber nach Südafrika oder Indien geschickt werden. Ihre Themen: Schulen, Treffen, Ärzte etc. Gegründet haben das Portal ehemalige McKinsey-Mitarbeiter, die mit Premium-Mitgliedschaften Geld verdienen wollen. Auch bei Bongusto.de war der Autor Miltiades Arsenopoulos, einem Portal für Kochfans, das vom Burda-Konzern ins Leben gerufen wurde.

 

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Heute gibts Spaghetti Bolognese bei Marion Walter einmal anders. Die junge Mutter hat die Tomatensosse mit Lorbeerblättern und Kapern verfeinert. Solche Ideen holt sich die Münchenerin aus der Internet - auf einem Portal für Hobbyköche. Fast täglich ist sie online unterwegs und tauscht sich mit anderen Kochfans aus. "Ich finde es sehr gut, weil es gibt sehr andere User, die das auch ausprobieren und man steht im ständigen Kontakt mit anderen Usern. man bekommt z. B. Kommentare, wenn man ein Rezept einstellt, sehr praktisch ist auch, man kann immer auf die Rezepte zurück greifen", sagt Marion Walter

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Ein paar Strassenzüge weiter sitzt der Betreiber des Koch-Portals. Geschäftsführer Christoph Schneider kann sich jeden Tag über rund einhundert neue Nutzer freuen. Interaktive Portale sind der Trend. Doch wie läßt damit Geld verdienen? Die meisten Internetfirmen wie diese setzen auf Werbung, aber das ist bei Nutzern erfahrungsgemäß verpönnt.

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Christoph Schneider, der Geschäftsführer von Bongusto.de erzählt: "Wir werden das so steuern, dass wir nur Werbung bringen, die für die User relevant ist, d.h ich werde ihn nicht mit irgend welchen Versicherungen und mit solchen Sachen nerven, die ihn nicht interessieren, aber wenn ein User durch Werbung aufmerksam gemacht wird - auf speziellen Kaffee, auf spezielle Produkte, dann wird der User das nicht als störend empfinden, sondern als positiv."

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Marion Graff pflegt ihre Kontakte übers Internet. Die Französin nutzt ein spezielles Portal für Leute wie sie, Firmenmitarbeiter, die im Ausland arbeiten. Hier können sie ihr persönliches Netzwerk aufbauen und sich auch beruflich austauschen. Marion Graff: "Wichtig ist, wenn man alleine ist oder ankommt in eine neue Stadt, Leute von seiner Heimat kennen zu lernen und das ist eine einfach die Möglichkiet, schnell Leute kennen zu lernen und auch zu treffen."

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Das Spezial-Portal residiert bescheiden wie die meisten neuen Social Networking-Firmen. Die Mitarbeiter kommen aus zehn verschiedenen Ländern. Internations.org ist der passende Name der Firma. Hier wird die Mittagspause zum Erdkundeunterricht. Die Idee für Internations.org kommt aus Deutschland und ist offen für alle sogenannten Ex-Patriats. Noch verdient die Firma kein Geld. Doch künftig will Geschäftsführer Malte Zeeck einen Mitgliedsbeitrag erheben - und zwar für neue Angebote. Ab Sommer für fünf Euro im Monat.

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Malte Zeeck, der Geschäftsführer von Internations.org: "Durch diese Premium-Mitgliedschaft haben sie die Möglichkeit alle Funktionen in vollem Umfang weiter zu nutzen, plus weitere Funktionen, wie einen neu entwickelten Wohnungsmarkt, einen Jobmarket, redaktionelle Infos, wie welches Visum brauch ich in Afgahnistan , welche Impfung brauch ich - all diese Informationen zu beziehen."

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Bei dieser Internetfirma will man jeden Internetnutzer ansprechen. "Wer-kennt-wen.de" heißt das Portal. Die Kölner freuen sich über 1,5 Millionen Nutzer. Hier arbeiten viele Studenten und Praktikanten. Die beiden Chefs, frisch von der Uni, betreiben ein Internet-Portal, auf dem sich jeder austauschen kann. Freunde, Kollegen, jeder der will, kann auf der Internetseite mitmachen. Die Werbeeinnahmen beim Portal sind minimal, genaue Zahlen will die junge Firma nicht nennen. Die sind für sie auch nicht wichtig derzeit, so sagen sie.

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Patrick Ohler, der Gründer von "wer-kennt-wen.de": "Im Moment steht der Aufbau der Nutzerschaft im Vordergrund und eben nicht das Steigern der Umsätze. Das liegt hauptsächlich daran, dass wir einen Investor gefunden haben und der Aufbau der Community, das Erreichen möglichst vieler Leute im Vordergrund steht."

Die Nutzer tauschen sich unter anderem in Tagebüchern aus. Viele fast täglich. Hinter fast allen Social-Networking-Firmen stecken große Verlage oder Fernsehsender. Bei " wer-kennt-wen.de" hat kürzlich ein großer europäischer Fernsehkonzern einen Anteil von 49 Prozent gekauft. Das beruhigt. Investoren für neue Internetfirmen ist zu finden, ist offenbar leichter als in den letzten Jahren.

 

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