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Social Entrepreneur: Indien – Licht für die indische Provinz

In Indien haben rund 57 Prozent der Menschen kein elektrisches Licht und für viele wäre eine reguläre Stromversorgung auch gar nicht bezahlbar. Harish Hande ändert das. Er hat in Bangalore das Unternehmen Selco gegründet und versorgt mittlerweile fast 80.000 Menschen mit Solarstrom.

 

In Bangalore und Umgebung hat er damit ihre Lebenssituation verbessert. Kinder können bei Lampenlicht lernen, kleine selbstständige Unternehmer wie die Marktverkäufer auch abends arbeiten. Außerdem sind die neuen Lichtquellen umweltfreundlich - Solarstrom statt Kerosinverbrennung. Autorin: Dagmar Zindel

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Maulbeerblätter mögen sie besonders gern - die Seidenraupen in Südindien. Es sind sehr viele und sie sind sehr gefrässig. Harish Hande hat ihnen Licht gebracht. Das macht die Zucht einfacher.

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Harish Hande erklärt die Produktion: "Sie bekommen alle vier Stunden zu fressen. Und die Raupen, die gross genug sind fürs Seidenspinnen, müssen aussortiert werden. Wenn dabei Kerzenlicht oder Kerosin benutzt wird, ist das sehr gefährlich. Ein Tropfen Wachs kann die Raupen zerstören. Das wirkt sich dann direkt auf das Einkommen der Raupenzüchter hier aus. Deshalb ist Solarstrom die beste Lösung. Man kann es beweglich nutzen um die Raupen zu füttern und die Grössten heraussuchen fürs Seidenspinnen."

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Auf dem Dach - die Solaranlage. 25 davon hat Harish Hande hier schon verkauft - viel für ein kleines Dorf. Einer hat damit angefangen, dann haben die Nachbarn gesehen: es lohnt sich, es ist billig und zuverlässig.

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Harish Hande: "Das Interessante ist : Die Menschen hier kaufen eine solche Solaranlage nicht, weil sie umweltfreundlich ist. Es ist schön, dass die Sache auch noch diesen zweiten positiven Effekt hat. Aber gekauft wird sie, weil die Menschen unter Druck stehen, effektiver zu wirtschaften. Und durch die Solaranlage verbessern sie einfach ihr Einkommen."

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Solarlicht gibt es dank der Anlage jetzt auch im Haus. Am Anfang musste Harish Hande einige Überzeugungsarbeit leisten für seine Technik. Deshalb hat er selbst eineinhalb Jahre in einem indischen Dorf wie diesem gelebt - nach seinem Ingenieursstudium.

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Er wollte wissen, wie es ist, ohne Strom und was die Menschen auf dem Land brauchen. Millionen von Indern haben weniger als zwei Dollar am Tag. Vor über 10 Jahren hat Harish Hande seine Firma gegründet, da war er Mitte zwanzig und hatte selbst sehr wenig Geld.

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Harish Hande, Geschäftsführer Selco: "Wenn ich daran zurückdenke, finde ich heute: es war gut, dass ich nur 30 Dollar Startkapital hatte. Denn wenn man nur so wenig hat, muss man sehr erfinderisch sein, innovativ, vor allem, wenn es um Finanzierungsmodelle geht. Weil du mit dem Rücken zur Wand stehst,muss du gucken wie du überlebst. Und daraus entwickeln sich innovative Ideen."

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Von Bangalore aus, der quirligen Metropole im Süden Indiens, hat Harish sein Unternehmen ausgebaut. Mittlerweile betreuen er und seine Mitarbeiter über 80.000 Kunden. Die zahlen ihre Solaranlagen mit besonders günstigen Kredite bei regionalen Banken ab. Selco arbeitet eng mit diesen Banken zusammen. Über 85 Prozent des Umsatzes macht das Unternehmen inzwischen durch den Verkauf von Solaranlagen.

Harish Hande: "Viele Bankmanager hatten noch nie zuvor eine Solaranlage gesehen. Sie wussten anfangs gar nicht, wofür sie da einen Kredit geben sollten. Es war zunächst schwierig, ihnen klar zu machen, dass das etwas ist, wofür Menschen bezahlen. Es hat vier, fünf Jahre gebraucht, die Finanzinstitute davon zu überzeugen."

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Am Stadtrand von Bangalore - Kundenpflege. Den er hier trifft ist Vijay Kumar. Er hat sich mit seiner Solaranlage selbstständig gemacht. Vijay Kumar lädt Batterien auf und vermietet sie dann. Ein Geschäft, dass sich lohnt.

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Seine Solaranlage hat er immer weiter ausgebaut.

Harish Hande: "Wir wollen mit Selco auch den Mythos zerstören, dass moderne Technologie nix für arme Leute ist. Und so haben wir zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen- wir verringern die Armut und tun gleichzeitig etwas für die Umwelt."

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Nachmittags um vier legt Vijay los. Dann belädt er seine Rikscha. "Sicher", erzählt er, "ich bin zufrieden mit diesem Solargeschäft. Und wir haben nicht mehr die Probleme mit der Stromversorgung, die wir vorher hatten. "

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Die Gemüsehändler am Strassenrand warten schon. Über 100 gehören zu Vijay´s Kunden. Pro Batterie nimmt er 15 Rupien Leihgebühr am Tag. Service inbegriffen. Ein Händler klagt über das ständige Flackern seiner Lampe. Der Kontakt ist defekt und wird schnell repariert

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Harish Hande: "Wenn das hier ein privater Haushalt wäre, könnt man sagen - das hat 24 Stunden Zeit. Aber das Solarlicht ist wichtig für das Einkommen der Händler. Es muss sofort repariert werden. Sonst verlieren Händler ihre Einnahmen und das Vertrauen in diese Technik."

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Mit der Dämmerung werden die Lampen an die Batterien angeschlossen. Über 5 Stunden geben sie Licht. Das reicht für den Abend. Wenn die Büros schliessen beginnt hier das Hauptgeschäft. Und die Kunden wollen schliesslich sehen, was sie da kaufen.

 

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