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Stichwort: Outsourcing/Offshoring

Eva Mehl8. März 2004

Outsourcing und Offshoring - die amerikanischen Begriffe bezeichnen einen Trend am Arbeitsmarkt: Unternehmensfunktionen werden ausgegliedert und verlagert. Im Idealfall bringt das Kosteneinsparung. Aber auch Risiken.

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Programmierer in Bangalore arbeiten für deutsche IT-UnternehmenBild: APTN

Outsourcing

Outsourcing heißt: Unternehmen geben betriebliche Aktivitäten an sogenannte Fremdfirmen ab. Was einmal mit Putzkolonnen begann, ist heute ein komplexes Dienstleistungsangebot, das neben Reinigungs- und Sicherheitsdiensten auch kaufmännische Verwaltung und technisches Management umfasst.

Die Idee des schlanken Betriebs erfüllt in der Realität selten die Erwartungen. Unternehmen stellen ernüchtert fest, dass die Kosten für die ausgelagerten Tätigkeiten oft höher sind als vergleichbare interne Leistungen. Teuer ist vor allem die Koordination der ausgelagerten Bereiche, so eine Studie des Fraunhofer-Instituts. Leere Versprechungen, schlechte Qualität und Knebelverträge der Fremdanbieter sind ein weiteres Risiko. Deshalb holen nicht wenige Unternehmen ihre ausgelagerten Betriebsteile bereits wieder zurück - und betreiben "Insourcing".

Offshoring

Offhsoring heißt: Unternehmen exportieren Teile ihrer Dienstleistungen in Länder mit niedrigem Lohnniveau. In Osteuropa und Asien arbeiten Fachleute zu niedrigen Gehältern bei langen Arbeitszeiten. Bereits ein Fünftel des IT-Budgets der USA ist ins Ausland abgewandert. In Deutschland dagegen steckt Offshoring mit einem IT-Anteil von rund fünf Prozent noch in den Kinderschuhen. Der Wettbewerbsdruck zwinge jedoch auch Deutschland langfristig zum Umdenken, so die IT-Beratungsfirma Gartner. Während in den USA vor allem Indien als Standort gefragt sei, setze Deutschland besonders auf Osteuropa.

Marktforscher der Unternehmensberatung Forrester Research schätzen, dass sich die Zahl der US-Jobs, die in Niedriglohnländer transferiert werden, von rund 400.000 im Jahr 2003 auf 3,3 Millionen im Jahr 2015 erhöhen wird. In Deutschland sollen in den kommenden Jahren bis zu 130.000 Arbeitsplätze allein in den Bereichen Software und IT dem Offshoring zum Opfer fallen, sagt die Unternehmensberatung AT Kearney.

Offshoring kann zwar einen besseren Geschäftsbetrieb ermöglichen, ist aber selten die billigere Lösung. Oftmals verdienen dabei allein die beteiligten Beratungsfirmen. Die Unternehmen unterschätzen die Kosten für Reisen, Telekommunikation und das Management des Offshoring. Aus den Kommunikationsproblemen mit ausländischen Arbeitern resultiert häufig Ineffizienz.