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"Oh, and one more thing ..."

Anne Herrberg7. Januar 2004

Apple steht für Innovationen vor allem im Musik- und Grafikbereich. Neues wird auch auf der zwanzigsten Macworld Computermesse vom 6. bis zum 9.1. gezeigt. Zufriedenheit herrscht jedoch nicht mehr uneingeschränkt.

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Macworld: größte Computermesse für Apple-spezifische ProdukteBild: Presse

Apple-Chef Steve Jobs ist ein Geheimniskrämer. Seit langem kursieren Gerüchte über die neue Software und Spielereien wie eine TV-Set-Top-Box des amerikanischen Computerherstellers. Doch Jobs lässt die Leute spekulieren, er zelebriert seine "keynote speeches", seine Eröffnungsreden, ist immer für Überraschungen gut.

Berüchtigt sind die, wie zufällig ans Ende seiner Rede platzierten Worte: "Oh, and one more thing ..."(Oh, nur eine Sache noch ...). 2002 leitete er damit die Präsentation des neuen FlatScreen iMacs ein. In diesem Jahr gibt es viel Getöse um die mp3 Musik-Player iPod. Offensichtlich plant Apple neue Mini-iPods: in verschiedenen Farben, kleiner in Design und Preis, mit einen Fassungsvermögen von zwei und vier Gigabyte. Auf den kleineren würden dann immer noch rund 800 Songs passen. Gestützt werden die Player vom eigenen virtuellen Musikdienst iTunes, mit dem Apple einen Marktanteil von 70 Prozent bei kostenpflichtigen Musik-Downloads hält.

Verärgerte Kunden

Zum Auftakt der Macworld machen die iPods von Apple allerdings nicht nur hoffnungsvolle Schlagzeilen. Es häufen sich Klagen von Kunden über eine fehlerhafte Stromversorgung des Players. Auf verschiedenen Webseiten berichten enttäuschte Nutzer, dass den Akkus bereits nach kurzer Zeit der Saft ausging. Manuell lässt sich der Akku nicht auswechseln. Und einen Reparaturservice bot Apple zuerst gar nicht, dann für stolze 99 US-Dollar an. Von Herstellerseite wurde gar empfohlen, doch gleich einen neuen Player (300 US-Dollar) zu kaufen.

Apple iPod und Apple mini iPod MP3 Music Player Apple Macintosh
Bild: AP

Geschürt wurde die Entrüstung über den Fall iPod von Ausfällen beim Apple Notebook iBook. Von schwarzen Bildschirmen oder kollabierenden Prozessoren war da die Rede, obwohl die meisten der betroffenen Rechner kaum ein Jahr alt waren. Auch eine zwischenzeitlich unternommene Renovierung der Rechner brachte, laut Internetforen keine Besserung.

Apple droht Sammelklage

Rund 1200 Nutzer drohen dem Computerhersteller nun mit einer Sammelklage. Das Unternehmen selbst hat sich bisher noch nicht zu den Vorfällen geäußert. Problematisch, findet Thomas Raukamp vom Computermagazin 'mac life': "Apple solle aufpassen, dass es sich dadurch keinen Imageverluste einspielt". Apple galt immer als nutzerfreundlich, womit sie sich vor allem im Bereich Grafikdesign, Musik und Videobearbeitung einen Platz sichern konnten.

Im Gegensatz zu ihrer Microsoft Konkurrenz sind Apple Rechner teurer, dafür schicker und bisher verlässlicher. Dass die Nutzer wegen der letzten Ausfälle auf die Barrikaden steigen, kann auch daran liegen, dass sie von Apple verwöhnt sind, so Stefan Ehrmann vom Computermagazin C't. Dort hätten sich noch keine Kunden beschwert.

Die Zahl der Apple Nutzer ist in den letzten Jahren gestiegen. Rund fünf bis zehn Prozent weltweit, so schätzt man, arbeiten mit Apple Computern. Trotzdem: Apple ist ein Nischenproduzent, der von Innovationen lebt. Das zeigen die Verkaufszahlen. Die vor zwei Jahren gefeierten iMacs verlieren schon in der Gunst der Käufer. Der im Herbst auf den Markt gekommene iPod Musik Player war dagegen eines der beliebstesten Weihnachtsgeschenke 2003. Trotz schlechten Schlagzeilen.